Eine utopische Wochenschau
Ich habe diese Woche versucht, das Gute im Chaos zu finden. Die Tatsache, dass ich gerade mit Bauchschmerzen und rasendem Herzen auf meinem Sofa sitze und versuche mit Kamillentee meine Seele zu beruhigen, deutet eher darauf hin, dass das nur so halb gut geklappt hat. Aber ich schwöre euch, bis auf das geht's mir gut (wenn man ein paar andere Themen in der Welt ausblendet). Um dem Chaos ein bisschen entgegenzuwirken teile hier wieder ein paar Dinge, die mich in den letzten Tagen so beschäftigt haben.
Die Sache mit der Zuversicht
Ich lese sehr rituell die letzte Seite des Zeit-Magazins "Was ich gerne früher gewusst hätte". Dort kam diese Woche ein besonders weiser Mensch zu Wort (manchmal steht da nämlich auch echt viel Quatsch). Der deutsche Klimaforscher Mojib Latif hätte gerne früher gewusst, dass andere auch nur mit Wasser kochen und, dass man Utopie leben muss. Letzteres hat mich zum Nachdenken gebracht. Sehr sogar. Denn ich habe bemerkt, dass ich überhaupt nicht utopisch denke. Ich gehe (fast) immer erstmal vom Schlimmsten aus. Das klingt jetzt erstmal dramatisch, aber ist eigentlich ganz natürlich. Meist tritt das Schlimmste zum Glück nicht ein. Aber wie schön wäre es, wenn man einfach dieses ganze Worst-Case Gedöns skippen und das Bestmögliche manifestieren würde? Es würde mir glaube ich, ja, Stress ersparen.
Utopie ist natürlich erstmal ein großes Wort mit dem die meisten heutzutage wahrscheinlich gar nichts mehr anfangen können. Eine utopische Welt, in er alles besser ist als es jetzt, ist scheint so weit weg von der Realität zu sein, dass viele von uns aufgegeben haben es auch nur zu versuchen. Dabei brauchen wir doch genau das: Zuversicht. Denn aus Zuversicht wächst Mut und Mut brauchen wir, um Dinge zu Verändern. Eigentlich ja ganz einfach. Doch, wie fängt man an eine Utopie wirklich zu leben? Ich finde, das klingt nach einer ganz schön großen Aufgabe die sich nur schwer mit einem Vollzeitjob und Freizeit vereinbaren lässt. Und am Ende dieses Textes weiß ich das auch noch nicht so recht aber vielleicht finde ich meine Antwort darauf irgendwo, irgendwann und dann teile ich sie hier.
Bis dahin hier schonmal ein paar coole Quellen zum Thema Utopie:
- Diese Podcastfolge zum Thema "Sind Utopien delulu?"
- Good Old "Utopia.de" für Ideen und Denkanstöße
- Doku zu der Frage "Brauchen wir Utopien?"

Lasst mich essen was ich will, man
Diese Woche bin ich müde davon, dass mir im Internet immer wieder Menschen sagen, was ich wann wie und warum essen sollte (und nicht). Ich bin müde mir anzusehen wie Menschen auf Marathons trainieren, ins Gym gehen, Yoga machen und versuchen sich in aller Öffentlichkeit zu optimieren unter dem Deckmantel, dass sie doch nur andere motivieren wollen ein gesünderes Leben zu leben. Was in einigen Fällen bestimmt auch stimmt, falls ihr so eine Person seid fühlt euch bitte nicht auf den Schlips getreten. Was mich stört ist, dass ich an diesem Content nicht mehr vorbei komme. Mein Algorithmus ist trotz der von mir getroffen Einstellungen voll von "What I eat in a Day"-Videos, Gym Routinen und Ernährungs-Tipps. Ich habe da keine Lust mehr drauf. Ich möchte essen was ich will, wann ich will und wie ich will. Es muss nicht der Ästhetik von Instagram entsprechen, sondern meiner eigenen. Doch so leicht ist das leider gar nicht. Aber ich sags jetzt noch mal hier: Fuck Körperkult und Diet Culture und lasst mich vor allem damit in Ruhe.
Hier ein paar Seiten im Internet die mir trotzdem noch Spaß machen:
- Der YouTube Kanal von "New York Times Cooking"
- Die Website "Bon Appétit"
- Die Website "Just one Cookbook" für super coole Japanische Rezepte und Lifestyle Themen



Ich mag Essen.
Stress lass nach
Man merkt vielleicht, dass meine Seele etwas gestresst unterwegs ist im Moment. Vor ein paar Wochen habe ich einen Workshop besucht, der sich mit Stressmanagement auseinandergesetzt hat. Mir ist dabei etwas Erschreckendes an mir selbst aufgefallen: ich habe mich nicht wirklich getraut zu sagen, dass ich gerade eigentlich keinen Stress habe, also rein vom Work-Load aus gesehen, und dieser Gedanke hat mich gestresst. Weil,...sind nicht alle immer gestresst? Und wenn ich nicht gestresst bin, bin ich dann einfach uneffizient und unproduktiv? Stress als Statussymbol zu verstehen ist so ziemlich das toxischste was dieser Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten passiert ist und ich fühle mich zum Teil schwer davon betroffen. Aber, ich wäre nicht ich wenn ich das nicht schon durchanalysiert hätte um eine Lösung dafür zu finden. Hier kommen drei Sachen, die mir in letzter Zeit geholfen haben meinen Stress zu regulieren so gut es geht:
- Meditation: dafür nutze ich momentan sehr gerne die App "healthy minds", sie ist kostenlos, übersichtlich und einfach eine tolle, werbefreie Alternative zu anderen Meditations-Apps
- Gemütliche Filme und Serien ohne Anspruch und Double Screening (und letzteres meine ich ernst!): Studio Gilbli Filme, Romcoms, Trash TV, you name it.
- Stille: Das für mich wichtigste Ventil im Moment. Einfach mal keine Kopfhörer auf. Keinen Film laufen lassen. Einfach aushalten und Stille Raum geben. And it's free!

Diese Woche hatte Wumms, wie ihr vielleicht merkt. Zum Schluss gebe ich den TikTok-Brains unter euch noch ein paar schnelle, coole Links zum klicken und auschecken. Enjoy:
- Gesehen habe ich die Doku "Reallity Check" eine Netflix-Doku über Model-Castingshows und die Frage: War es wirklich so schlimm?
- Gehört habe ich viel die Musik der Band Chinese American Bear
- Gelesen habe ich Wikipedia Artikel aller Art danke der Seite "WikiCommute". Dort kann man einstellen wie viel Zeit man in das Lesen eines Artikel stecken möchte und dann bekommt man random einen Artikel vorgeschlagen, der einen interessieren könnte. Macht ein bisschen süchtig.
Mit freundlichen (gestressten) Grüßen
Juliane