Mit freundlichen Grüßen aus dem WWW
Ich liebe das Internet. All die negativen Seiten, die schlaflosen Nächte, die Selbstzweifel und unnötigen Anschaffungen seien bei dieser Aussage einmal ausser Acht gelassen. Denn ja, ich liebe das Internet. Ich liebe es mich in Dingen zu vergraben, Orte zu entdecken, in Themenlöchern zu versinken und plötzlich Interessen zu entdecken, von denen ich noch nicht wusste, dass sie in mir Schlummern. Ich glaube auch, dass dieser Ort der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten nicht nur Überforderung bürgt, sondern in manchen Situationen auch Achtsamkeit hervorbringen kann. Und dafür nehme ich auch gerne mal Schlafmangel in Kauf.
Hier also meine Internet Fundstücke der letzten Wochen und warum sie mich in gewissen Momenten etwas näher an meinen inneren Frieden gebracht haben.
Beeinflusst das Tier auf dem Weinetikett eigentlich den Preis? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit am eigenen Geburtstag zu sterben? Und wie viele Liebeslieder werden heutzutage im Vergleich zu früher produziert? Fragen, von denen ich nicht wusste, dass mich die Antwort so brennend interessiert. Auf The Pudding findet ihr also Antworten auf Fragen die sich eigentlich keiner stellt, grafisch super fesselnd dargestellt. Fun Facts incoming!

Früher war alles besser? Think again! Eigentlich sind ähnlich viele (negative) Dinge passiert wie heute. Die Annahme, dass wir als Gesellschaft in vergangenen Generationen mit weniger Problemen konfrontiert waren ist unter anderem anhand der „Rosy Retrospection“ zu erklären. Der scheinbar „rosige Rückblick“ verzerrt unsere Erinnerung auf die Vergangenheit. Nostalgie ist zwar erstmal ein positives Gefühl, das uns träumend und wünschend zurück blicken lässt, es kann aber auch negativ verwendet werden. Bestes Beispiel hierfür ist wahrscheinlich der Wahlspruch Donald Trumps „Make America Great Again“. „Great Again“ impliziert, dass es früher deutlich besser war, als es jetzt ist. Rein faktisch gesehen stimmt das allerdings nicht wirklich: die Lebenserwartung und somit auch die Gesundheit der Menschen ist deutlich höher, es leben weniger Menschen in absoluter Armut und durch technologische Fortschritte haben wir immer mehr Möglichkeiten uns selbst zu bilden, zu unterhalten und zu vernetzen. Trotz allem passieren natürlich noch negative und schlimme Dinge auf der Welt, die ich hier keinesfalls unterschlagen will.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht, was hat das alles mit Achtsamkeit im Internet zu tun? Nun ja, ich finde das Hinterfragen und Einordnen von Nachrichten und politischem Geschehen durchaus Achtsam und wichtig für die mentale Gesundheit. Wo kämen wir hin, wenn wir alles was wir in den Medien lesen für das ultimative und den jetzigen Zustand nehmen würden? Hier kommt die nächste Website ins Spiel, die ich in letzter Zeit gerne genutzt habe: Forty News erzählt Nachrichten, die vor genau 40 Jahren an diesem Tag passiert sind. Damals fühlten sie sich für die Leser*innen riesig und bedeutungsvoll, manchmal schon Lebensverändert an. Schaut man jetzt darauf, scheint ein Großteil davon längst Vergessen. Die Welt drehte sich weiter, entwickelte sich und in manchen Fällen war vielleicht alles halb so wild.
https://www.karlottafreier.com/

Seit einiger Zeit habe ich das innere, tiefe Bedürfnis nach Finland zu reisen und das überträgt sich so ziemlich auf fast alle Lebensbereiche: Ich gehe regelmäßig in die Sauna, bin dem Design von Alvar Aalto und Marimekko verfallen und ich esse fast jeden Morgen rituell mein leicht gesalzenes Hafer-Porridge mit Kardamom. Passend dazu habe habe diesen tollen Kurzfilm von den Moomins gesehen und fand auch die anderen Werke der Künstlerin wirklich toll und so beruhigend und erdend.
Manchmal macht es Spaß, einfach so ein bisschen zu viel Zeit auf einer Seite zu verbringen, die eigentlich nicht wirklich viel Sinn ergibt. Sie bringt mir kein Wissen, keine großen neuen Erkenntnisse oder Impulse. Es macht einfach Spaß zu scrollen, zu spielen und sich ein bisschen berieseln zu lassen. Genau das ist diese Seite.

Auch Musik bewusst zu hören ist für mich eine achtsame und heilende Sache. In diesem Fall sind es Tiny-Desk Performances, die ich heiß und innig liebe! Am meisten begeistert haben mich in letzter Zeit diese beiden Artists.
Gehabt euch wohl und passt auf euch auf, in diesem Internet.
Mit freundlichen Grüßen
Juliane :)